Das BREAD & butter-Team macht sich auf den Weg nach Berlin. Mit Karl-Heinz Müller an der Spitze. Die Einen freuen sich, die Anderen nicht. STREETWEAR TODAY fragte nach, was uns in Zukunft in Berlin erfreuen wird und was nicht.

Schon seit Wochen ist der Umzug der Bread & Butter in der Branche Gesprächsthema Nummer eins. Was ist dran an den Geschichten?

"Wir stehen kurz vor der Unterzeichnung der Verträge für ein wunderschönes und grosszügiges Industriedenkmal aus den 20er Jahren in der Hauptstadt Berlin und freuen uns, dass wir die Branche am 31ten Oktober nach Berlin einladen können, um die "Berliner BREAD & butter" vorzustellen. Gerade die international agierenden Firmen bekräftigen uns darin, nach Berlin zu gehen, das ist ganz klar der Standort, wo zur Zeit und in Zukunft Bewegung ist. Allein die Verknüpfungsmöglichkeit mit Musik, Medien, Film und Fernsehen sind dort außerordentlich gut. Natürlich gibt es Unkenrufe z.B. wegen der ‚ungünstigen Lage’, die kann ich jedoch nicht nachvollziehen, denn der östliche Teil ist ein sehr interessanter Markt und je nachdem, wo jemand wohnt, kann die Entfernung weiter oder aber auch näher sein. (schmunzeln) Natürlich werden wir Hilfestellung und speziale Reise- und Unterbringungsarrangements in Zusammenarbeit mit der Berlin Touristik anbieten."

Das Erreichbarkeits-Problem stellt sich doch wohl vor allem wegen möglicher terminlicher und inhaltlicher Überschneidungen mit den anderen Messen in Düsseldorf, Köln und München?

"Die BREAD & butter findet beim nächsten mal vom 17. bis 19. Januar 2003 statt, Überschneidungen finden also nicht mehr statt. Bei der letzten B&B haben wir einige Kritik bekommen, dass Besucher nicht kommen konnten, weil wir am Sonntag zu hatten. Diese Kritik haben wir aufgenommen und dementsprechend geändert."

"Weiterhin wird es nicht mehr nur eine BREAD & butter mit zuletzt 150 Marken bleiben, sondern wir werden einige der "heavy weights" einladen. Natürlich machen wir uns in diesem Zusammenhang Gedanken darüber, die ‚cutting edge’ Brands, also die Marken, die selektiver verkaufen, nicht zwischen die ‚heavy weights’ zu stellen. Aber mit der herkömmlichen BREAD & butter nach Berlin zu gehen wäre zu schwach; denn dann würden Düsseldorf, Köln und auch München noch eine gewisse Rolle als Messe im Jeans- und Streetwearbereich spielen und die Händler wüssten nicht mehr wo sie hinfahren sollen; vier Messen können sie nicht besuchen."

"Wir wissen, dass ein Grossteil der wichtigen Leute hinter uns steht und wir gehen davon aus, dass die Marken, die eine gewisse Wertigkeit haben, bei uns sein werden. Wir sind gut aufgestellt in der Branche und genießen großes Vertrauen, weil die Leute gesehen und gespürt haben, dass die B&B dreimal überzeugte und dass wir das richtige Gespür für den Markt haben."

"Ich denke, München wird sich auf den Sportbereich konzentrieren müssen. Die cpd xsite konnte offensichtlich nicht überzeugen und bei der Kölner Messe wird es sich herausstellen ob sie das Vertrauen der Branche wiedergewinnen können. Wir werden den reellen Marken Raum bieten & sie mit unserem Konzept gewinnen, davon bin ich überzeugt."

Und warum das Ganze nicht mehr in Köln?

"Zum einen wurde uns von dem Bauamt der Stadt Köln unmissverständlich mitgeteilt, dass eine weiter Veranstaltung in der Location aus Sicherheitsgründen nicht mehr stattfinden darf. Weiterhin hatte unsere Zusammenarbeit mit der Messe Köln u.a. das Ziel, die Location "der eckige Rundbau" für die BREAD & butter zu sichern. Hier hat die Messe Köln bislang nicht genügend beigetragen bzw. diesen Vorgang nicht forciert, welches nachzuvollziehen gilt, da der Messe Köln eine hohe Anzahl an "Messehallen" zur Verfügung steht. Das BREAD & butter auf dem Messegelände stattfinden soll war für uns undenkbar. Dazu kommt, dass eine BREAD & butter in Köln zu sehr an die Messe Köln gebunden ist. Uns ist aber wichtig, autark und frei handeln zu können; das zu machen, was der Philosophie von BREAD & butter entspricht und im Interesse der Branche liegt. Was zählt, sind die Aussteller und die Händler. Denen müssen wir Rechnung tragen und nicht den Mitbewerben"

Apropos Mitbewerber; Bei der letzten Vibes 4 U wart ihr doch noch Kooperationspartner der Köln Messe?

"Bei der letzten Vibes 4 U haben wir die Köln Messe beraten. Wir sind eine Off-Show, d.h. selected brands only, also sehr selektiert und klein, und eine Off-Show braucht eine On-Show. Deshalb war uns daran gelegen, dass die Vibes 4 U bzw. die Interjeans funktioniert. Aber trotz unserer guten Kontakte in der Industrie ist es auch uns nicht gelungen, die Leute wieder in die Messehallen zu bewegen. Obwohl, das muss man der Messe Köln zu Gute halten, sehr viel Geld ausgegeben wurde; die haben es wirklich viel versucht, jedoch haben sich a) nicht die "heavy weights" und b) nicht die gewünschte Masse angemeldet. Es waren nur wenige wirklich relevante Firmen da. Dieser On-Show geben wir nicht mehr die Chancen und machen deshalb unsere Off-Show auch nicht mehr in diesem Umfeld."

Was sind denn deiner Meinung nach die Gründe für die Probleme der ‚klassischen’ Messen?

"Ich glaube, dass sich die ganze Branche verändert hat, dass sieht man in ganz Europa, das ist eine enorme Erosion, die 40 degrees wurde abgesagt, vor fünf, sechs Jahren hat man schon die Sehm in Paris abgesetzt. Ich denke, dass die junge Branche sehr viel sensibler ist als eine Haka- oder DOB-Branche, dass hier Dinge wie sich Wohlfühlen, die Kommunikation miteinander, die richtige Musik, das authentische Verständnis eine extrem große Rolle spielen. Eine Halle zur Verfügung stellen, Miete kassieren und das war’s dann mehr oder weniger ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Deshalb glaube ich, dass die Messegesellschaften nicht nur in der Modebranche, sondern auch z.B. im Möbel- oder Musikbereich, also überall da, wo Authentizität eine Rolle spielt, zunehmend Probleme bekommen werden. Deshalb kann man auch nicht sagen, die Kölner hätten einen schlechten Job gemacht, das sind einfach die Zeichen der Zeit und diese muss man erkennen."

Berlin wird aber auch für euch ein Spagat, schließlich seid ihr hier alle in Köln verankert. Zudem stellt sich in Berlin ja schon ein Mitbewerber in Form der Premium Exhibitions GmbH auf, die für Mitte Januar eine eigene Messe angekündigt hat.

"Es gibt Flugzeuge, E-Mail usw.. Unsere Crew ist da schon sehr flexibel und freut sich auf Berlin. Unser Dunstkreis war eh noch nie auf Köln beschränkt sondern landesweit. Ich weiß, dass der Norbert Tillmann eine Show machen möchte, für mich ist das aber eine Ankündigung wie ich sie in meiner Laufbahn schon hundert mal gehört habe... Ich glaube, es ist eine Vertreterinitiative. Die Firmen, die er mal genannt hat, sind längst mit uns im Gespräch. Die Entscheider sind nun mal nicht die Vertreter, sondern die Marketingchefs der Firmen. Ich habe damit kein Problem. Ich denke, dass die BREAD & butter inzwischen ein Markenzeichen ist. Wir haben auch nicht immer alles richtig gemacht, so was entwickelt sich natürlich auch. Trotzdem unterm Strich waren wir immer sehr erfolgreich, beim letzten mal noch erfolgreicher als zuvor. Da ist wirklich ein Aufbau zu sehen. Ich denke, dass die Branche uns vertraut, in sofern sind wir da recht optimistisch. Jeder hat sein Kartenspiel in der Hand, wir, der Norbert, Düsseldorf... wer am Ende die besten Karten hat, der sticht, so ist das nun mal."

>>> www.breadandbutter.com

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