NO HALF STEPPIN' – alife

[ The complete story, interview & english version of this article you'll find exclusive in the printed issue 2 / 05 of stw2d! ]

Als wir uns für das Titel-Thema dieser Ausgabe – „no half steppin’“ – entschieden hatten, richteten sich unsere Gedanken sofort auf die Titel-Story. „No half steppin’“, was wohl am treffendsten mit „keine halben Sachen“ übersetzt wird, hat mehrere Bedeutungen und kann auch auf unterschiedliche Art und Weise interpretiert werden. Zunächst war es für uns eine schwere Entscheidung, wer denn diese Philosophie unserer Meinung nach am besten und am glaubhaftesten vertritt. Denn nur weil der Begriff 'Streetwear' in letzter Zeit interessant für den Mainstream geworden ist, der ihn inflationär, beinahe wie ein Zauberwort benutzt, um ihn als Schlüssel zum Erfolg für die heutige Jugend-Kultur zu missbrauchen, heißt das noch lange nicht, dass wir diesen Trittbrettfahrern des Erfolges auch Platz und Zeit geben möchten.

Wir suchten nach etwas Genialem, Echtem, etwas, dass wir bewundern und wegen seiner Wurzeln, seiner Absichten und vor allem wegen seiner Leistung respektieren. Denn an der Leistung wird heutzutage jeder und alles gemessen, wie zum Beispiel auch an der Börse in New York, und genau dorthin ging unsere Suche. New York City repräsentiert unser Titel-Thema am allerbesten, „the city that never sleeps!“.

Man kann durchaus behaupten, dass die Streetwear-Kultur in New York Ende der 70er Jahre das Licht der Welt erblickte, als Grandmaster Flash & Furious Five den Hip Hop wach küssten und Dondi und Futura2000 (wie er sich damals noch nannte) Züge, U-Bahnen und auch ganze Stadtviertel mit ihren urbanen Visionen verschönerten. New York City war schon immer ein Schmelztiegel verschiedener Ideen und Kulturen, weshalb die Stadt auch viele der größten Künstler der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hervorbrachte, vom Broadway über die Jazz Clubs in Harlem, bis hin zur kraftvollsten Musik-Richtung dieser Zeit, dem Hip Hop. Diese Vermischung verschiedener Einflüsse war auch ein Grund, weshalb Hip Hop in New York so schnell Fuß fasste, es ging nicht einfach nur darum, ein tolles Video zu drehen, sondern die heiligen vier Elemente des Hip Hops zu beherrschen: B-Boyin’, DJ’ing, Rapping und Graffiti, womit wir wiederum bei unserem Titel-Thema, „no half steppin`“ wären. Denn genau dieses Zusammenwirken vieler verschiedener Elemente bewirkt etwas Großartiges, das sich über den Rest erhebt. Und genau deshalb haben wir uns dazu entschlossen, alife zu featuren.

Ich habe zum ersten Mal in London zu Anfang des Millenniums von alife gehört, als Gerüchte eines neuen und exklusiven New Yorker Ladens und Labels zu uns rüber schwappten. Angeblich hatte er irgendwo in der Orchard Street aufgemacht, nicht gerade eine Gegend in Manhattan, die fürs Shoppen bekannt ist, eher eine kleine Gemeinde als eine Konsummeile, wie die von McDonalds und Starbucks verseuchte 42nd Street. Kurze Zeit später habe ich mich dannin einen Flieger gesetzt, um mir den ganzen Hype mal genauer anzusehen und enttäuscht wurde ich definitiv nicht. Der Laden in der Orchard Street war eher ein Club, eine Mischung aus Galerie, Geschäft und einem Ort, wo Gleichgesinnte herumhingen, Ideen austauschten und sich verstanden, egal aus welchem Winkel der Welt sie auch kamen. Schon in diesen Anfangs-Tagen war klar, dass alife viel mehr als „nur“ ein Laden oder ein Label war, dass ihre Produkte unsere Kultur und unsere Gedanken verkörperten.

Immer häufigere Kollaborationen mit verschiedenen Künstlern und Firmen brachten neue Ideen und Kreationen zu Tage, und bevor man es bemerkte, war alife schon zu einer der gefragtesten Kreativ-Agenturen der Welt geworden. Nicht einfach ein Laden, der ein paar T-Shirts mit seinem Schriftzug anbietet, sondern eine kreative Plattform, die die gesamte Street- Kultur verband und ein wesentlicher Bestandteil dieser Kultur selbst war, was sich in ihren Produkten ohne Kompromisse widerspiegelte.

Die Geschichte ging aber noch weiter, als der noch immer populäre Sneaker-Hype begann und sich Rob, Arnaud und Tony, die Gründer und Partner von alife, dazu entschlossen, ihren zweiten Laden, den Alife Rivington Club, zu eröffnen. Der Alife Rivington Club hatte sich auf Sneaker der besonderen Art spezialisiert und schon bald waren auch die großen Schuh-Firmen vor Ort, um den Jungs verschiedene Projekte vorzuschlagen. Der Alife Rivington Club wurde zu einer Art Testlabor für Nike, wo sie neue Sneaker ausprobierten, wie beispielsweise den Air Woven. Hier entstanden auch die legendären drei Modelle aus der Kollaboration zwischen alife und adidas, die sich immer noch auf der Top-Five-Liste der meisten Sneakerheads befinden. Zusätzlich zu ihrer eigenen Kollektion steht alife für New York City, für die gesamte Street-Kultur und ganz besonders für unser Titel Thema „no half steppin'“. stw2d hatte die Möglichkeit, Rob, Arnaud und Tony ein paar Fragen zu stellen.

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